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Ich will Ei­er­kar­tons, die Hüh­ner in Le­ge­bat­te­ri­en zei­gen.
Ich will Bil­der ver­seuch­ter Flüs­se auf Kaf­fee-Alu­mi­ni­um­kap­seln.

ANSAGE   Sagt, was drin ist | November 2019, DIE ZEIT

Kein Ding für Rainer, wenn Holger sich nicht meldet. Solange man nichts hört, geht’s ihm gut.

KILOMETER 158   Folge 1: Holger ist verschwunden | Dezember 2018, DIE ZEIT

Wir interessieren uns brennend für die Umstände, unter denen unsere Lebensmittel hergestellt und Nutztiere gehalten werden. Nur bei Drogen sind den meisten Menschen diese Umstände dermaßen egal, als hätten sie gerade welche eingeworfen.

ANSAGE   Gebt das Koks frei! | August 2018, DIE ZEIT

In Hamburg wirbt ein Kreditinstitut mit dem Claim »Meine
Bank heißt Carsten« für günstige Finanzierungsmodelle.
Ein Bankangestellter (Carsten) fordert im Kampagnenvideo:
»Ich möchte, dass die Hamburger mehr besitzen statt mieten.«
Nun, Carsten, ich hätte gern große Brüste und die Weltrevolution, aber das Leben ist halt kein Wunschkonzert.

ANSAGE   Ich will kein Eigenheim | Dezember 2015, DIE ZEIT

»Señor Fox, glauben Sie, dass ein Kandidat, der die vollständige Drogenlegalisierung fordert, zum mexikanischen Präsidenten gewählt werden kann?«

MEXIKO   Der dümmste Krieg der Welt | August 2011, DIE ZEIT

Wie viele Linien Kokain braucht es, um die Party vom Freitagabend auf 27 Stunden Länge zu strecken? Wieviel Kilo Rauschgift schafft man innerhalb von 27 Stunden über den Rio Grande, nach Norden, über die Grenze in die Vereinigten Staaten? Fragen, die ohne Antwort bleiben. Fest steht in Ciudad Juárez nur die Zahl der Toten.

MEXIKO   Geld oder Blei | März 2009, DIE ZEIT

Eltern strahlen unter Augenrändern, wenn das Kind nach einer durchweinten Nacht am nächsten Morgen aufsteht und sagt: »Ich hab dich lieb!« Du stehst mit Augenringen daneben, und wenn du Pech hast, hörst du: »Meine Mama ist viel schöner als du.« Dabei weiß ich, dass wir Glück gehabt haben. 

PATCHWORK   Liebe zu dritt | Dezember 2008, Neon

Während sie am Flughafen Vertreter der Solidaritätskomitees umarmt, die sich seit Jahren auf der ganzen Welt für ihre Freilassung engagiert haben, baumelt an ihrem linken Handgelenk der fahlgrüne Rosenkranz, den sie im Regenwald aus Stroh und Zweigen gewunden haben muss.

DOSSIER   Wieder im Leben | Juli 2008, DIE ZEIT

Viele Jahre später sollte Juan Carlos Lecompte sich an jenen fernen Morgen erinnern, an dem seine Frau Ingrid Betancourt die gemeinsame Wohnung verließ, um zu einer Kurzreise aufzubrechen.

DOSSIER   Die Hölle ist grün | April 2008, DIE ZEIT

Vaterschaft im 21. Jahrhundert ist »Malen nach Zahlen« ohne Nummern.

DOSSIER   Die Liebe der Väter | Januar 2008, DIE ZEIT

Diese Geschichten sind ein Fest des Wahnsinns, und dabei so nah an einer spürbaren Wahrhaftigkeit, die ausgestorben zu sein scheint.

FELISBERTO HERNÁNDEZ  | September 2006, Frankfurter Rundschau

Die Angelegenheit, von der hier nicht die Rede sein darf, lässt sich nicht beweisen. Es soll der Satz gefallen sein: »Wir wollen keine Juden mehr im Dorf.« Das Opfer ist der letzte Zeuge. Es deckt den Täter. Wir decken den Täter. Man wird die Angelegenheit vergessen.

ARGENTINIEN   Auf Wiedersehen | Mai 2005, Frankfurter Rundschau

»Du kannst vielleicht Hitler verarschen, aber mich verarschst Du nicht.«

URUGUAY   Der falsche Name | April 2004, Frankfurter Rundschau

»Dieser Krieg ist eine große Scheiße.«

KOLUMBIEN   Zwischen allen Fronten | März 2002, Frankfurter Rundschau

»Wenn die Revolution stark genug ist, wird sie alles verdauen, selbst Paradiso

JOSÉ LEZAMA LIMA   Worte wie Marzipan | August 2001, Frankfurter Rundschau

Nie wieder würde er das Bild des Autors mit liebevoller Verehrung betrachten können, die traurigen Augen hinter dunklen Brillengläsern, die Stirn, besiegt von Furchen der Jahre und der Qual. Eine Seele, die sich des Körpers als Ausdrucksmittel bedient, dem sie ihr Streben und Fühlen aufprägt in den Falten des Gesichts, im Leuchten der Augen, im Lächeln und in der Bitterkeit der Mundwinkel.

ERNESTO SABATO   Kloaken unendlicher Traurigkeit | Juni 2001, Frankfurter Rundschau

»Sie verbinden mir die Augen, sie stellen mich vor eine Wand und … Du fühlst nichts. Du spürst den Tod, wie er an dir vorbeistreift. Du hörst die Schüsse. Aber es waren Platzpatronen. Das ist Töten auf Raten.«

CHILE   Brot und Spiele | Januar 2001, Frankfurter Rundschau

Selbst wer unterwegs nichts tut, tut nicht nichts. Er fährt. Metro. Das wird er später auch seinen Freunden erzählen.

KOLUMBIEN   Die Metromorphose von Medellín | August 2000, Frankfurter Rundschau

REISE

Reisen flutet die Sinne. Beim Schreiben sortiert sich mir die Welt.

ÜBER REISETAGEBÜCHER  | August 2016, DIE ZEIT

In einem staubigen Dorf, auf dem Weg nach Cartagena, fuhren zwei Frauen auf einem Motorrad an mir vorbei, zwischen ihnen saß ein nacktes Kind. Ich bin fast sicher, dass es Flügel hatte.

KOLUMBIEN   Die Himmelfahrt | März 2014, DIE ZEIT

Man kann es sich ein bisschen so vorstellen, als hätte Fidel Castro beim Einmarsch der siegreichen Rebellen in Havanna 1959 ein Baguette unter dem Arm getragen und das Stangenweißbrot ginge heute weltweit unter der Bezeichnung »Pan Cubano« über die Verkaufstresen der Bäckereien.

ECUADOR   Der Montecristi-Hut | August 2009, Merian

Mein Schwiegervater löst zwei Tickets und drückt mir eines davon in die Hand mit einem Strahlen, als sei ich fünf Jahre alt und der Fahrschein eine Eiswaffel mit fünf Kugeln Vanille.

KOLUMBIEN   Eine stolze Stadt | Mai 2009, DIE ZEIT

Ja, Mensch, tut mir echt leid, dass du jetzt hier in Frankfurt sein musst. Möchtest du einen Apfelwein? Dir ist noch vom ersten schlecht? Mann, ihr vertragt aber auch echt nichts.

FRANKFURT   Ihr uns auch | Oktober 2008, DIE ZEIT

Die Toten kommen zurück. Man kann sie spüren. Und heute Nacht fahren sie in den Himmel.

MEXIKO   Allerseelen | November 2006, DIE ZEIT

Wahrscheinlich wird es auf so was wie eine Liebeserklärung hinauslaufen. Aber wo soll man sonst hin mit der ganzen Euphorie, wenn man über die schönste Stadt des südamerikanischen Kontinents spricht.

ARGENTINIEN   Wo die Liebe einkehrt | Oktober 2005, DIE ZEIT

»Neruda war alles für mich. Er war immer da und ist es noch.«

CHILE   Das Kind und der Dichter | Juli 2004, DIE ZEIT

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